Seitenübersicht

Montag, 20. Januar 2020

Welche Verheißungen der Bibel gelten uns?


Folgende Frage einer Leserin von Faszination Bibel erreichte mich:

„In der Bibel finden wir einen riesigen und wunderbaren Schatz an Verheißungen, Zusprüchen, usw. (z. B. Jes. 41,10, ‚Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei ...‘ – das war an das Volk Israel gerichtet). Ganz selbstverständlich werden einzelne Verse aus dem Zusammenhang herausgenommen und als persönliches Bibelwort von uns Christen heute in Anspruch genommen und verstanden. Weshalb sind wir dazu berechtigt? Weil wir Gottes Kinder und Erben sind oder gibt es eine spezielle Bibelstelle dazu?“

Man kann diese Frage sehr formal beantworten: „Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm [Christus] das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre“ (2. Korinther 1,20). Demnach könnten Christen unterschiedslos alle biblischen Verheißungen für sich beanspruchen.
Aber so eine Antwort ist sicherlich zu pauschal und geht auch an der Absicht von Paulus, der diesen Satz geschrieben hat, vorbei. Ich würde eine Reihe von „Verbindungspunkten“ vorschlagen. An diesen sollten wir entlanggehen und abklopfen, ob wir uns mit einer Verheißung aus dem Alten Testament verbinden können.

1. Christen dürfen zu Gottes Volk gehören. Sie sind zu Gottes Volk hinzugestoßen, sie haben das Volk Israel nicht verdrängt oder ersetzt. Grundlegend ist es also denkbar, alttestamentliche Verheißungen zu beanspruchen – wobei es aber immer noch auf den Einzelfall ankommt.

2. Wenn jemand alle biblischen Verheißungen in Anspruch nehmen darf, dann ist es Jesus Christus. Wir empfangen eine biblische Verheißung, indem wir sie aus seiner Hand entgegennehmen. Hier kann man fragen: Würde Christus gerade diese bestimmte Verheißung aus dem Alten Testament an mich weiterreichen?

3. Die Bibel ist – auch – eine Geschichte der Bundesschlüsse Gottes mit seinem Volk. Als Christen ist uns der Neue Bund zugesprochen (Jeremia 31; Matthäus 26; 1. Korinther 11). Dieser Bund knüpft an vorhergehende Bundesschlüsse an – an den mit Abraham, an den vom Sinai. Bei einer bestimmten Verheißung kann man fragen, in welchem Verhältnis sie zu einem biblischen Bundesschluss steht.

4. Viele Verheißungen sagen etwas über das Wesen Gottes oder das Wesen von Jesus aus. Enthält die Verheißung eine Beschreibung, die uns auch anderweitig aus der Bibel bestätigt ist? Dann können wir diese Verheißung auch auf uns beziehen.

5. Überhaupt ist es ein wichtiger Verbindungspunkt, dass wir uns fragen, ob eine Verheißung – auch abgesehen vom Wesen Gottes – anderweitig in der Bibel bestätigt wird, z. B. in den Psalmen oder im Neuen Testament. Wenn ja, könnten wir von hier aus darauf schließen, dass sie auch uns gilt.

6. Viele Verheißungen sind nicht pauschal ausgesprochen, sondern an eine Bedingung geknüpft. Ein Beispiel dafür ist Jesaja 58,6-12:
6 Fasten, wie ich es liebe, sieht doch vielmehr so aus: Lasst die zu Unrecht Gefangenen frei und gebt die los, die ihr unterjocht habt. Lasst die Unterdrückten frei. Zerbrecht jedes Joch. 7 Ich möchte, dass ihr euer Essen mit den Hungrigen teilt und heimatlose Menschen gastfreundlich aufnehmt. Wenn ihr einen Nackten seht, dann kleidet ihn ein. Verleugnet euer eigenes Fleisch und Blut nicht. 8 Wenn du so handelst, wird dein Licht aufleuchten wie die Morgenröte. Deine Heilung wird schnelle Fortschritte machen. Deine Gerechtigkeit geht dir dann voraus und die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. 9 Dann wirst du rufen und der Herr wird antworten. Du wirst um Hilfe schreien und er wird antworten: ‚Hier bin ich.‘ Entferne die Unterdrückung aus deiner Mitte. Lass die höhnischen Fingerzeichen und das trügerische Reden! 10 Öffne dem Hungrigen dein Herz und hilf dem, der in Not ist. Dann wird dein Licht in der Dunkelheit aufleuchten und das, was dein Leben dunkel macht, wird hell wie der Mittag sein. 11 Dann wird dich der Herr beständig leiten und dir selbst in Dürrezeiten innere Zufriedenheit bewahren. Er wird deinen Körper erfrischen, sodass du einem soeben bewässerten Garten gleichst und bist wie eine nie versiegende Quelle. 12 Deine Leute werden die Ruinen aus alter Zeit wieder aufbauen. Die Grundmauern vieler vergangener Generationen werdet ihr wieder errichten. Dann wird man euch folgendermaßen nennen: ‚Die die Risse ausbessern und die Straßen erneuern, um sie bewohnbar zu machen.‘
Die kursiven Sätze sind wunderbare Verheißungen, die hier und da vielleicht auch losgelöst zitiert werden. Aber der Zusammenhang macht ganz klar, wer diese Verheißungen in Anspruch nehmen kann und wer nicht!

7. Schließlich müssen wir auch fair gegenüber uns und gegenüber der Bibel sein: Wenn wir nach Verheißungen suchen, die uns gelten können, müssen wir genauso ehrlich auch auf die Worte achten, die Gottes Kritik, Gericht und harte Konsequenzen ansagen! Wenn uns Worte des Heils gelten sollen, können wir Worte des Unheils nicht von vornherein ausklammern. Auch hier gilt dann: Sind sie für uns gültig, weil sie Gottes Wesen entsprechen, weil sie im Neuen Testament bestätigt werden, weil Jesus Christus sie uns so weitergeben würde?

In all dem wird deutlich: Unsere Klarheit gegenüber Gottes Verheißungen wird umso größer, je mehr wir vertraut sind mit den gesamtbiblischen Zusammenhängen. Der beste Weg, Gottes Verheißungen besser zu verstehen ist also: die Bibel lesen und immer wieder lesen – und dabei von Christus als der „Mitte der Schrift“ ausgehen.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Verschiedene Typen von Konkordanzen


Elberfelder Handkonkordanz u.a.

Dies ist eine klassische Konkordanz, das heißt: Wörter, die in bestimmten Bibelversen vorkommen, werden alphabetisch aufgelistet, dahinter stehen die (wichtigsten) betreffenden Stellen, in denen dieses Wort vorkommt. Diese Art von Konkordanz ist sehr nützlich, wenn man einen Vers sucht, den man nicht mehr exakt zitieren kann, man aber noch ein Wort aus ihm kennt. Die Benutzung dieser Konkordanz gleicht einer Stichwortsuche in einer Bibelsoftware oder bei bibleserver.de.
Solche Konkordanzen gibt es auch für andere Bibelübersetzungen (Luther, Einheitsübersetzung, Schlachter 2000, Zürcher Bibel [unrevidierte Ausgabe von 1931], auch für die hebräischen und griechischen Grundtexte). Es gibt Bibelausgaben, die im Anhang eine Konkordanz haben.
Der Gebrauch solcher Konkordanzen ist ergiebig auch dann, wenn man die biblischen Aussagen zu einem bestimmten Thema erschließen will. Die klassische Bibelkonkordanz ist das erste und beste Werkzeug, das man neben seiner Bibel benutzen kann.

Elberfelder Begriffskonkordanz

Diese Konkordanz, verfasst von Harold L. Willmington, präsentiert in alphabetischer Reihenfolge viele verschiedene Themen und ordnet diesen entsprechende Bibeltexte zu, die im Buch dann nicht nur mit der Stelle genannt, sondern im Wortlaut ausgedruckt sind. Solche Themen sind z. B.:
       Allegorien
       Apostel
       Beten
       Briefe
       Bünde
       Felsen und Steine
       Gemeinden
       Himmel
       Musiker
       Opfer
       Weinberge
       Wunder
       Zahlen
… und vieles mehr.
Die Auswahl der angegebenen Bibelstellen erfolgte nicht nach dem Wort, das etwa im Bibeltext vorkommt, sondern nach thematischer Zugehörigkeit. Das bringt eine leicht subjektive Note in diese Konkordanz: Welche Bibelstellen zum betreffenden Thema passen und welche nicht, hat der Herausgeber entschieden. Auch gibt es vielleicht manches Thema, zu dem man gern Auskunft hätte, das man aber in dieser Konkordanz vermisst.

Elberfelder Themenkonkordanz

Diese Konkordanz, zusammengestellt und bearbeitet von Roland Hörner, Rudi Joas und Joachim Pletsch, präsentiert die ausgewählten Bibelstellen nach systematisch angeordneten Themen. Es geht um den Heilsweg, Gott, die Schöpfung, den Menschen, Jesus Christus, den Heiligen Geist, die Bibel, den Glauben und verschiedene andere Aspekte des Glaubenslebens. Im Vorwort heißt es: „Sinn und Zweck der Elberfelder Themenkonkordanz ist es, klar und deutlich die Themen des Glaubens nachzuzeichnen, welche die Grundlage wahren biblischen Christentums bilden.“
Dieser Typ von Konkordanz macht den Lesern die meisten Vorgaben. Viele der Unterkapitel tragen als Überschrift nicht nur eine Themennennung, sondern eine Feststellung (z. B. „Engel beobachten und dienen den Menschen“; „Die Engel haben eine Rangordnung“). Wenn unter Überschriften dieser Art dann Bibelstellen angegeben werden, besteht die Gefahr, dass die Stellen aus dem Zusammenhang genommen und in ein vorgegebenes Muster eingeordnet werden. Man wird diese Konkordanz am effektivsten nutzen, wenn man jede Bibelstellen im Zusammenhang nachliest und sich bewusst macht, dass sie im originalen biblischen Zusammenhang nicht unbedingt unter derselben Überschrift stehen würde wie in dieser Konkordanz. Um seine Bibelkenntnis zu vergrößern, ist aber auch diese Konkordanz gut geeignet.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Führt Gott uns in Versuchung?

"Führe uns nicht in Versuchung" - diese Bitte des Vaterunsers bringt viele ins Stolpern und manche Christen mögen sie so gar nicht beten. Sie beten lieber: "Führe uns in der Versuchung". Doch Jesus sagte es nun einmal so, wie es in unseren Bibeln steht. Wie sollen wir dieses Gebet verstehen? Einige Gedanken dazu stehen hier.

Dienstag, 17. Oktober 2017

"Ich werde die Bibel nie auslesen"

Über mein Leben mit der Bibel - auf dem Hintergrund meiner Arbeit als Bibelmagazin-Redakteur und Verlags-Bibel-Programmleiter - hat mir mein Kollege Jörg Podworny ein paar Fragen gestellt. Das Interview (vollständig, nicht nur eine verknappte Zusammenfassung) ist auf jesus. de zu lesen - hier.

Freitag, 13. Oktober 2017

Wie man ein Alltagsbeter wird



Zu meinem neuen Buch „Alltagsbeter.Beten – auch wenn das Leben laut ist“ hat mich meine Kollegin Hella Thorn neulich für das Magazin TEENSMAG interviewt. Danke für die Gelegenheit, etwas darüber zu sagen, was mir für das Beten wichtig ist.

TEENSMAG: Uli, du hast ein Buch über das Beten geschrieben. Wie oft hast du beim Schreiben tatsächlich auch gebetet?
Dr. Ulrich Wendel: (lacht) Nicht seltener und nicht öfter als sonst auch.

Ist Gebet etwas, das man trainieren sollte, damit man am Ende irgendwann mal ein guter Beter ist?
Das kommt darauf an, was für Maßstäbe man hat, ob ich selber mit meinem Beten zufrieden bin oder ob ich mir mehr wünsche. Wenn ich die Sehnsucht nach mehr habe, glaube ich schon, dass es wichtig ist, das auch zu trainieren oder zumindest mich auf die Suche zu machen: Gibt’s andere Arten, andere Formen oder  eine andere innere Haltung, mit der ich beten kann? Das kommt nicht von alleine; das muss man schon trainieren.

Du sagst von dir selbst, dass du kein guter Alltagsbeter warst. Woran machte sich das fest?
Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, weil es so viele Anliegen oder Leute gibt, für die man beten müsste oder denen ich es sogar versprochen habe. Wobei: Ich hatte mir vor einigen Jahren schon angewöhnt, gar nicht mehr so viel zu versprechen, ich hab immer gesagt: »Ja, ich bete für dich, ich bin aber gar nicht so ein großer Beter und ich bete also nur so ein bisschen« – so sinngemäß (schmunzelt). Und das hat sich wirklich verändert.

Du gibst zahlreiche Beispiele, wie man das Beten gut in den Alltag integrieren kann. Manche funktionieren quasi nebenbei auf dem Fahrrad oder im Bus, andere bedeuten eine bewusste Auszeit. Welche Methode funktioniert für dich am besten und warum?
Am Effektivsten war, mir auf meinem Weg mit dem Rad zur Arbeit verschiedene Stationen einzurichten, wo ich für verschiedene Anliegen bete. Was mir auch immer wieder eine Tiefe gegeben hat, ist das Beten mit der Bibel. Seit einigen Jahren versuche ich, jeden Tag einen Psalm zu beten und das ergibt eine große Regelmäßigkeit für mich und, dass mein Gebet nicht nur mit meinen eigenen Gedanken gefüllt ist, sondern dass von außen, von Gott noch was reinkommt. 

Gebet lebt also von Kontinuität. Was, wenn ich doch mal wieder vergesse zu beten oder wofür ich eigentlich beten wollte?
Auf meinem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad habe ich für mich sehr genau definiert: An dieser Brücke bete ich z.B. für denjenigen, dessen Gebetspate ich bin. Das hab ich auch nie vergessen. Aber es ist mir schon passiert, dass ich so in Gedanken war, dass ich dran vorbeigefahren bin. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Entweder bete ich am nächsten Tag dafür oder eben drei Bäume weiter. Die Wiederholung hilft natürlich, sich das einzuprägen. Was ich am Anfang noch öfter vergessen habe, hat sich nach ein paar Wochen dann wirklich eingeprägt.

Meinst du, es ist hilfreich, sich eine Art »Gebetsplan« zu machen, wo man einträgt, für was man wann beten will?
Bei mir persönlich ist es so, dass ich mit Gebetslisten nicht viel anfangen kann. Ich habe auch mal versucht, mit Karteikarten, auf die ich meine Anliegen geschrieben habe, zu beten. Das hat bei mir nicht funktioniert, weil ich gemerkt habe: Das ist zu groß angelegt, das sind zu viele Anliegen. Und es dauert so lange, das alles durchzubeten, die Zeit hab ich jetzt grad nicht – und dann mach ich es erst gar nicht. Da war es für mich hilfreicher, mir kleine überschaubare Projekte vorzunehmen. Auf meinem Gebetsradweg, habe ich fünf Gebetsstationen – mehr nicht.

Du schreibst auch, dass du die Wartezeiten z.B. an der Supermarktkasse oder beim Arzt nun zum Beten nutzt – man könnte aber doch stattdessen auch Vokabeln lernen, einen TEENSMAG-Artikel lesen oder mit der Oma telefonieren.
Man muss ja gar nicht immer beten! Ich bin auch ein großer Freund davon, einfach mal zum Fenster rauszustarren oder meine Gedanken schweifen zu lassen. Ich habe gemerkt: Ich möchte über den Alltag stärker mit Gott in Kontakt sein. Aufgrund dieser Sehnsucht habe ich überlegt, welche Lücken ich ab und zu mal füllen kann. Wenn es mir im Verlauf einer Woche gelungen ist, drei solche Zeitlücken zu entdecken und die mit Gebet zu füllen, dann war es auf jeden Fall dreimal mehr als ohne. Das ist ja schon ein Schritt nach vorne. Dann hab ich immer noch genug Wartezeiten, wo ich sehr bewusst etwas anderes mache; z.B. auf dem Handy durchgucke, was es für neue Posts gibt.

Kennst du das Gefühl, mal keinen Bock zum Beten zu haben?
Ja. Und dann mach ich es manchmal auch nicht. Oder ich greife zu einer anderen Form, z.B. zu einem festgelegten biblischen Gebet. Manchmal merke ich: Da kommt bei mir nichts ins Schwingen. Oder ich merke: Ich denke über den Bibeltext nach und bete ihn nicht, was in dem Moment nicht Sinn der Sache ist. Wenn das also nicht funktioniert, mache ich mir keinen Stress. Ich sehe das Beten nicht als Muss oder Aufgabe, sondern als Gelegenheit: Probier es mal und wenn es nicht klappt, dann macht das nix und wenn es klappt, ist es schön.

Würdest du sagen, dass die innere Haltung, mit der ich vor Gott komme, ausschlaggebend für ein gutes Gebet ist?
Ja. Es hängt viel davon ab, ob ich mit Freude ins Gebet gehe oder mit dem Bewusstsein: Jetzt muss ich wieder eine Pflicht erfüllen und wenn ich das nicht mache, runzelt Gott die Stirn – das ist ja nicht sehr einladend. Auf der anderen Seite hab ich gemerkt, dass mir äußere Formen auch helfen. Das ergänzt sich. Wenn ich nur auf meine innere Haltung warte, kann ich manchmal lange warten. Andererseits, wenn ich mit der Haltung rangehe: Jetzt ist die Gelegenheit, jetzt musst du die Form erfüllen, ist es schnell nur ein Abarbeiten der Form – das ist auch blöd. Die innere Haltung und die äußere Form ergänzen sich. Ehrlichkeit ist das Entscheidende. Ich glaube, dass Gott sich mehr über ein ehrliches Gebet freut, das kurz ist oder inhaltlich nicht ganz richtig, das aber in dem Moment eben genau das war, was ich Gott sagen möchte, als über ein Gebet, das ich versuche so hinzufrisieren, wie ich glaube, dass das jetzt besonders gut bei Gott ankommen wird.

Was ist, wenn man das Gefühl hat, Gott antwortet nicht?
Dann würde ich versuchen, etwas anderes auszuprobieren, z.B. mit anderen zusammen zu beten. Ich würde aber auch überlegen, ob ich die richtige Erwartung habe. Wie sieht es denn aus, wenn Gott meine Gebete erhört? Es gibt Gebete, die werden zwar erhört, aber ganz anders als ich wollte. Und es gibt Gebete, die werden viel später erhört, vielleicht erst in einer Zeit, wo ich gar nicht mehr dafür bete, weil ich denke, der Fall ist erledigt. Aber Gott hat einen viel längeren Atem. Er bewahrt die Gebete viel länger auf als ich, aber ich muss ihm auch die Freiheit geben, was er damit macht, wann er es macht und wie er es macht.

Hast du in der Zeit der Entstehung des Buches auch irgendwelche tollen Gebetserhörungen erlebt?
Ja. Jemand hatte zum wiederholten Male eine bescheuerte Diagnose bekommen und ich merkte: Das zieht ihn wirklich runter. Da habe ich sehr intensiv für gebetet und irgendwann nachgefragt. Und ja, alles war gut geworden. Es schien, als ob er da einen Haken dran machen konnte. Es hat mich total gefreut zu merken, dass er nicht nur körperlich gesünder ist, sondern auch ermutigt wurde. Das war sehr schön.

Wie kann ich Beten lernen? Wie werde ich ein guter Beter?
Was ist im Tages- oder im Wochenablauf die Zeit, wo es am günstigsten ist, wo ich am ehesten unabgelenkt bin, wo es mich am wenigsten Aufwand kostet? Da würde ich mir eine Zeit einrichten. Dann ist es wichtig, sich ein kleines Projekt vorzunehmen. Und ich würde auch darüber nachdenken: Was ist denn die Art und Weise, wie ich Gott am ehesten erlebe? Bin ich jemand, der in der Aktivität Gotteserfahrungen macht oder im Lobpreis oder in der Stille oder in der Natur oder über der Bibel oder alleine oder in Gemeinschaft – und das, wo ich Gott am stärksten erlebe, damit würde ich anfangen. Das heißt nicht, dass man nicht irgendwann auch mal was Neues entdeckt, aber ich würde bei der größten Stärke anfangen. 

Infos zum Buch hier.