Dienstag, 29. November 2011
Tempelreparatur
Freitag, 18. November 2011
Multiplikation der Dankbarkeit
Dienstag, 15. November 2011
Was Väter richtig machen können
Joasch ist der Vater von Gideon, von dem im Richterbuch, Kapitel 6–8, berichtet wird. Gideon hatte eine unerwartete Begegnung mit Gott und bekam den Auftrag, er solle Gottes Volk, die Israeliten, befreien. Sie waren von Feinden bedrängt. Die erste Aktion aber richtete sich nicht gegen die Feinde, sondern gegen den verfälschten Glauben im eigenen Volk: Viele suchten nicht mehr nach Jahwe, dem Gott der Väter, sondern glaubten an Baal und die Göttin Aschera. Gideon sollte hier ein Zeichen setzen und den Altar Baals und das Götzenbild von Aschera verwüsten.
Das Pikante dabei: Der Altar gehörte Joasch, Gideons Vater. Außerdem lautete der Auftrag Gottes: Gideon solle für Jahwe einen Stier opfern (das Feuer genährt vom Holz des Götzenbildes), und auch den Stier sollte er von seinem Vater nehmen. Gideon hatte also alle Chancen, es sich nicht nur mit dem eigenen Volk zu verderben, sondern auch mit dem eigenen Vater. Tatsächlich hatte Gideon Angst vor der Reaktion seiner Sippe.
Dennoch traute er sich und führte bei Nacht und Nebel die Aktion durch. Doch schnell kam heraus, wer’s gewesen war. Vater Joasch (seit dieser Nacht um einen Stier und einen Altar ärmer) sollte seinen Sohn herausrücken, damit man ihn lynchen kann.
Und nun kommt der Moment, wo Joasch aus irgend einem Grund über sich hinauswächst, umschaltet, sich völlig anders als bisher orientiert. Er bricht mit der Loyalität zu Baal und Aschera und stellt sich voll und ganz hinter seinen Sohn:
»Aber Joasch erwiderte allen, die um ihn herumstanden: ›Wollt ihr Baal etwa verteidigen? Wollt ihr ihn retten? Wer für ihn kämpft, soll noch an diesem Morgen sterben! Wenn Baal tatsächlich ein Gott ist, wird er sich selbst dafür rächen, dass jemand seinen Altar eingerissen hat!‹ Von da an wurde Gideon Jerubbaal genannt, das bedeutet: ›Möge Baal sich selbst rächen‹, weil er den Altar des Baal eingerissen hatte.« (Richter 6,31+32)
Joasch begreift, dass sein Sohn Gideon ihm eine sehr große Erfahrung mit dem wahren Gott voraus hat. Er erfasst irgendwie, dass er selbst, Joasch, auf dem falschen Dampfer war. Plötzlich zweifelt er an seinem bisherigen Gott und an seiner bisherigen Religion. Er erkennt das an, was sein Sohn – über ihn hinausgehend – vom Gott der Väter erfahren hat. Er stellt sich dazu, schützt und fördert seinen Sohn. Auch um den Preis, dass er jetzt – mit Gideon – gegen das Volk steht. Vom verlorenen Stier schon gar nicht zu reden.
Für mich ist das ein wunderbares Beispiel dafür, was Väter richtig machen können: Nicht beim eigenen Lebensentwurf stehenbleiben, sondern mit den Kindern dort mitgehen, wo die näher zu Gott gelangen, konsequenter Jesus nachfolgen, besseres Gespür für Gottes Reich haben. Als Vater nicht nur davon profitieren, sondern das stärken und – im Rahmen der eigenen Möglichkeiten – weiter nach vorn bringen. Für Gideon entstand daraus eine neue Facette seiner Identität: eine wichtige Erfahrung in seinem Leben, die ihm einen neuen Namen eintrug.
Ich hoffe für Väter wie Andreas und mich, dass wir im richtigen Moment so sind wie Joasch.
Freitag, 11. November 2011
Wenn die Bibel wirken darf ...
Dienstag, 20. September 2011
Gottes Reich - wie stellt man sich das vor?
Mehr dazu im Bibel-Blog.
Sonntag, 11. September 2011
11. September – zehn Jahre später
Doch in diesem Fall habe ich mich dafür entschieden, diesen Text zu predigen. Ich habe einen aufrüttelnden Ruf zur Umkehr zu Gott darin gesehen.
Nach zehn Jahren denke ich einerseits: Es war richtig, diese Botschaft zu versuchen. Andererseits bin ich ernüchtert: Wir alle hier haben als Christen doch im Prinzip weitergelebt wie vorher auch. Ich selber ebenfalls. Ist außer Betroffenheit und Verunsicherung noch etwas geblieben?
Ob Gott damals etwas hatte sagen wollen, das ich selbst dann so nicht richtig realisiert habe, muss ich prüfen. Vielleicht nicht nur ich, sondern auch alle, die Gottes Reden hören möchten.
Die Predigt von damals ist hier nachzulesen.
Donnerstag, 8. September 2011
Außen und innen
Was sind die Situationen, in denen man eine himmlische Erscheinung braucht? Eine göttliche tröstende Schrift an der Wand? Einen direkt beauftragten Propheten, der an der Haustür klingelt?
Meist sind es Momente der Verwirrung. Ich zweifle an Gott oder an mir oder an uns beiden; ich weiß nicht, wo es langgeht; mir setzen die unfairen Urteile von anderen zu. Dann ein Wort Gottes per Direkteinspielung: das würde schon nützen.
Als Paulus in Korinth Gemeindeaufbauarbeit betrieb, lief es ziemlich gut. Er hatte ein hervorragendes Team (Aquila, Priszilla, Silas, Timotheus) und seine Zuhörer waren außergewöhnlich offen für die Botschaft. Viele kamen zum Glauben. Zwar gab es den üblichen Widerstand von denjenigen Juden, die sich einen gekreuzigten Messias nicht vorstellen konnten – aber das war Paulus schon gewöhnt, und gerade hier in Korinth musste er – anders als an Orten zuvor – seine Arbeit nicht in einem frühen Stadium abbrechen. (Nachzulesen in Apostelgeschichte 18.)
Wieso war es also ausgerechnet in Korinth, dass Jesus Christus ihn in einer nächtlichen Vision ansprach? Ihm Mut machte? Ihm versicherte, niemand würde ihm schaden, Jesus’ Volk in Korinth sei zahlreich und er, Paulus, solle einfach weiter predigen? Warum diese sehr besondere Erscheinung in einer recht erfolgreichen Situation?
Offenkundig berichtet uns die Apostelgeschichte nur die Außenseite – den Erfolg. Paulus selbst erinnert sich später an noch andere Details:
„Als schwacher Mensch trat ich vor euch auf und zitterte innerlich vor Angst.“ (1. Korinther 2,3) Warum er schwach war und wovor er zitterte, verrät Paulus nicht. Aber es war so. Das war seine Innen-Sicht.
Niemand der Korinther damals hat das offenbar wirklich gemerkt, und in die Berichterstattung der Apostelgeschichte konnte es deshalb auch nicht einfließen. Aber Jesus bekam diese Innen-Sicht in Echtzeit mit. Daher diese besondere nächtliche Vision. Ohne äußeren Anlass. Aber mit innerer Veranlassung.
Fazit 1: Es ist eigentlich immer nützlich, die Bibel anhand ihrer Parallelstellen auszulegen. 1. Korinther 2 ist ein sinnvoller Paralleltext zu Apostelgeschichte 18. Man findet die Parallelstellen mit einer geeigneten, gut ausgestatteten Bibelausgabe.
Fazit 2: Wo andere nur die Außensicht haben, sieht Jesus jeden von innen her. Er ist so nah dran wie sonst nur noch die eigene Seele. Und dann weiß er das richtige Wort im richtigen Moment zu sagen.
